MOF#025 – Weihnachten 2019 – günstigste DSLR zum Einstieg in die Fotografie?

Du möchtest deinem Partner ein Geschenk machen, mit dem er perfekt in die hochqualitative Fotografie einsteigen kann, ohne dass das deinen Geldbeutel total ruiniert? Oder du möchtest selbst einsteigen?
Ich zeige dir eine Lösung für unter 400€, mit der bereits hervorragende Portraits und andere Aufnahmen möglich sind.

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Ein paar Vorüberlegungen

Die Bridge-Kamera als preisgünstige Alternative?

Es gibt für 400€ schon recht gute Bridge-Kameras mit einem riesigen Zoombereich und vielen Ausstattungsmerkmalen, die man für Landschaftsfotografie, Streetfotografie, Portraitfotografie, Makrofotografie, Sportfotografie und viele andere Bereiche der Fotografie benötigt. Quasi die eierlegende Wollmilchsau, die auch noch einigermaßen professionell aussieht. Die Versuchung ist groß, so eine Kamera für den Einstieg anzuschaffen. Bridge-Kameras haben aber ein paar entscheidende Nachteile gegenüber Spiegelreflex- oder spiegellosen Systemkameras (DSLRs bzw. DSLMs):
  • Winzger Bildsensor: Viele solcher Kameras haben einen Bildsensor, der auch in kleinen Kompaktkameras verwendet wird. Eine Sensorgröße von 1/2,3 Zoll sind keine Seltenheit, z.B. bei der Panasonic DMC-FZ72. Nur so ist der große Zoombereich überhaupt in einem so kompakten Objektiv realisierbar. Ein kleiner Sensor bedeutet: Sehr viel schlechtere Bildqualität als bei einer DSLR oder DSLM, die flächenmäßig ca. 15x so große Sensoren haben (das gilt für DSLRs oder DSLMs mit APS-C-Sensor. Ein Vollformatsensor ist sogar ca. 35x so groß!)
  • Nachtblindes Objektiv: Auch wenn die Lichtstärke der Zoomobjektive in Bridgekameras oft schon bei guten Werten (f/1.8, f/2.8) anfängt, was für Aufnahmen unter schlechten Lichtbedingungen sehr vorteilhaft ist, sinkt die Lichtstärke rapide beim Hineinzoomen. Fotografiert man also nicht weitwinklig (Landschaft), sondern z.B. im leichten Telebereich (Portrait), muss man sich mit Blendenwerten um z.B. f/5.6 herumschlagen. Eine schöne Freistellung (Bokeh) ist da kaum möglich, und wenn nur wenig Licht zur Verfügung steht, hat man die typischen Lowlight-Problematik: Entweder Verlängerung der Verschlusszeit, was zu Verwacklung führen kann, oder Hochdrehen des ISO-Wertes, was zu verrauschten Bildern mit verfälschten Farben führt, zumal bei so kleinen Sensoren (s.o.).
  • Kein RAW: Einige preiswerte Bridgekameras können die Bilder nur im JPEG-Format abspeichern. RAW wäre aber sehr von großem Vorteil, wenn die Bilder nachbearbeitet werden sollen. Mit JPEG stößt man in der Nachbearbeitung sehr schnell an die Grenzen, so dass professionell anmutende Ergebnisse in vielen Fällen kaum möglich sind.
  • Kein Wechselobjektiv: Ist später mal mehr Budget da und könnte man daher in hochwertigere Objektive investieren, schaut man mit der Bridge-Kamera in die Röhre: Das Objektiv ist fest montiert und kann nicht gewechselt werden. Man muss gleich die gesamte Kamera ersetzen.
  • Fazit: Zu viele Spaßbremsen. Eine Bridge-Kamera ist eine eierlegende Wollmilchsau. Du kannst damit viele Bereiche der Fotografie abdecken. Aber so richtige Freude kommt mit einer Bridgekamera evtl. gar nicht auf.

Ist die Einsteiger-DSLR besser geeignet?

Die höherwertige Alternative zur vielseitigen Bridge-Kamera ist, beim 400€-Budget, eine Einsteiger-DSLR mit dem Kit-Zoomobjektiv und einer lichtstarken 50mm-Festbrennweite. Diese Lösung beschreibe und empfehle ich weiter unten.

Es ist Typsache: Ist es dem Fotografen wichtiger, qualitativ hochwertige Bilder zu erzeugen, kniet er sich in ein Thema und perfektioniert es gern? Oder ist es ihm wichtiger, flexibel zu sein, alle Möglichkeiten zu haben, achtet er aber weniger aufs Detail und auf Qualität? Wie kann er am besten die Leidenschaft für die Fotografie entdecken und nähren?

Leidenschaft lebt oft von Zielen und Wünschen.

Im Fall einer Bridge-Kamera: Flexibilität bei fehlender Qualität lässt den Wunsch nach Qualität offen. Dieser kann nur dadurch erfüllt werden, dass die Kamera später durch eine DSLR oder DSLM ersetzt wird. Die Bedienung muss wieder neu erlernt werden, es muss wieder viel Geld investiert werden und es bleibt das unbefriedigende Gefühl, dass man die falsche Kamera hatte.

Im Fall einer Einsteiger-DSLR / -DSLM: Qualität mit eingeschränkter Flexibilität lässt den Wunsch nach Flexibilität offen. Dieser kann später immer weiter durch Anschaffung weiterer Objektive und anderem Zubehör nach und nach erfüllt werden, ohne dass gleich die Kamera ersetzt werden muss.

Außerdem: Fängt man mit einer DSLR / DSLM und weniger Möglichkeiten an, kann man sich auf wenige Bereiche der Fotografie konzentrieren und diese intensiv erlernen, um das Spektrum später zu erweitern. Die Bridge-Kamera verleitet dazu, gleich alles anzugehen, was möglich ist, und schnell überfordert zu sein.

Du siehst schon, worauf ich hinaus will. Nachhaltigkeit, langsame Steigerung der Fähigkeiten und: Gleich auf das richtige Pferd setzen. 

Daher empfehle ich in den meisten Fällen, wenn jemand mir diese Frage stellt, die Lösung mit der Einsteiger-DSLR.

Empfehlung: Einsteiger-DSLR mit Kit-Objektiv für unter 300€

Schnell sein: Die Canon EOS 4000D bekommt man jetzt gerade im Canon-Shop für 270€ inkl. Kit-Objektiv!

Ist das Angebot nicht mehr gültig, wenn du dies hier liest, schau mal auf Amazon nach aktuellen Angeboten. Achtung: Einige Angebote beinhalten das Kit-Objektiv mit 18-55mm Zoom, andere nur den Body. Wenn du etwas mehr Flexibilität möchtest, nimm ruhig ein Angebot mit Kit-Objektiv. Damit ist schon vieles möglich.

Nach meiner Recherche ist die Canon EOS-4000D die Einsteiger-DSLR mit dem zur Zeit besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alternativ kannst du dir mal die Canon EOS 2000D ansehen. Sie kam gleichzeitig mit der EOS 4000D auf den Markt, hat eine etwas höhere Sensorauflösung und einen etwas größeren Bildschirm sowie ein Objektivbajonett aus Metall (Plastik bei der 4000D), ansonsten sind die Kameras wohl fast identisch.

Einziger wirklicher Nachteil der Einsteiger-Kameras von Canon ist der fehlende Mittenkontakt im Blitzschuh. Damit lassen sich nur Blitzgeräte von Canon betreiben. Günstigere Blitzgeräte wie z.B. von Yongnuo oder der tolle Newcomer von LightPix Labs „Q20II“, der mit einem hochinteressanten Produktdesign daherkommt (abdockbarer winziger Funk-Transmitter im Blitzfuß, für entfesseltes Blitzen), können nicht verwendet werden. Aber die Kameras haben auch einen integrierten kleinen Blitz, mit dem sich zumindest der Vordergrund aufhellen lässt. Aber für wirklich schöne Fotos empfiehlt es sich meist, den Blitz eingeklappt zu lassen und stattdessen mit einem lichtstarken Objektiv zu fotografieren, wie zum Beispiel dem hier empfohlenen:

Für grandiose Bilder: Das 50mm f/1.8 Objektiv!

Amazon-Link zum Canon 50mm f/1.8

Hier die etwas ältere und preiswertere Variante mit langsamerem Autofokus-Motor, aber dennoch sehr guter Abbildungsleistung

Das preiswerteste Objektiv und gleichzeitig ein tolles Allround-Objektiv mit guter Abbildungsleistung und Lichtstärke.

Wenn du das aktuelle Sonderangebot von Canon wahrnimmst, landest du inkl. dem 50mm-Objektiv tatsächlich unter 400€!

Mit diesem Objektiv kannst du z.B. sehr hochwertige Portraits fotografieren. Die Brennweite ist an einer APS-C-Kamera wie der EOS 4000D ideal für Portraits geeignet, und die große Offenblende von f/1.8 erlaubt dir, ein schönes Bokeh zu zaubern, was für hochwertige Portraits wichtig ist.

Du kannst dein Kind, dein Haustier usw. wunderbar einfangen, auch in schlechtem Licht und ohne Blitz. Aber du wirst damit nicht so viel Freude haben an der Landschaftsfotografie, an Wildtierfotografie oder anderen Bereichen, die hochwertige Optik im Weitwinkel- oder Telebereich erfordern.

Für Landschaftsfotografie kannst du das Kit-Objektiv im Weitwinkelbereich benutzen. Es hat nicht die beste Abbildungsleistung, aber für den Anfang reicht es allemal.

Für Makrofotografie kannst du dir preisgünstige Zwischenringe für Kit- oder 50mm-Objektiv besorgen. Du benötigst dafür nicht gleich ein teures Makroobjektiv.

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Spiegellose Systemkamera?

Heutzutage redet jeder von spiegellosen Systemkameras (DSLMs). Ihnen gehört die Zukunft. Die DSLR stirbt aus. Ist das wirklich so? Was sind die Vor- und Nachteile?

Meine Meinung:

Wenn du lieber in richtung DSLM investieren möchtest, schau dir mal die Sony Alpha 6000 an. Sie ist schon ein paar Jährchen alt, ist aber immernoch eine hervorragende Kamera und wird noch neu verkauft. Das passende 50mm-f/1.8-Obkektiv ist hier allerdings deutlich teurer als bei Canon, so wie fast alle Objektive bei Sony teurer sind als die entsprechenden Objektive von Canon.

Canon selbst hat mittlerweile auch einige DSLMs im Programm (im APS-C-Format ist das die „EOS M“-Serie). Die günstigste ist wohl derzeit die Canon EOS M100.  Um die gängigen Canon EF-Objektive nutzen zu können, braucht man dafür noch den entsprechenden Objektivadaoter (von Meike / von Viltrox). Diese Kamera hat ein anderes Bedienkonzept als die meisten anderen DSLMs: Sie setzt hauptsäclich auf Touchscreenbedienung. Wem das nicht liegt, müsste zu einer teureren Kamera greifen wie z.B. der Canon EOS M50.

Natürlich gibt es auch spiegellose Systemkameras von anderen Herstellern. Aus Platzgründen, und weil ich meine Recherche etwas in Grenzen halten wollte, habe ich diese hier nicht aufgeführt.

Wenn du Fragen hast, gebe ich dir gerne individuelle Kamerakaufhilfe. und wenn du die Kamera verschenken möchtest, warum nicht gleich ein gutes Buch zum Erlernen der Fotografie mit schenken? 🙂

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