MOF#020 Der Kampf gegen den Sensor-Staub (Praxistest Sensorreinigung)

Staub auf dem Sensor kann hartnäckig sein. Das habe ich gestern wieder einmal erlebt. Hier kommt die Geschichte einer Sensorreinigung.

Gestern besuchte mich mein Freund und Kollege Mevlüt Altuntas (Mevs Buidl-Galerie, auch bei Facebook und Instagram) und bat mich, den Sensor seiner Sony α7III zu reinigen. Nachdem ich mit dem Reinigen von Sony-α7-Sensoren schon einige Erfahrung gesammelt habe, dachte ich, wird das bestimmt ein Kinderspiel.

Mehr zum Thema Sensorreinigung und speziell für Sony α7 Kameras hier:

MOF#008 Sensorreinigung – Warum, wann und wie?

MOF#009 SONY Alpha: Sensor selbst reinigen oder nicht?

Leider wurde es dann doch etwas komplizierter. Wir hatten es hier mit sehr hartnäckigem Staub zu tun.

Das gab mir die Möglichkeit, hier einmal genau zu zeigen, wie stark die Reinigungskraft der unterschiedlichen Sensorreinigungsmethoden eigentlich ist.

Dies hier war das Sensorstaub-Testbild (unscharf fotografiertes weißes Papier mit geschlossener Blende) im Originalzustand, also vor der Reinigung. Dunkle Punkte sind Sensorstaub:

Es folgen Vergleichsbilder vorher/nachher für jeden der angewendeten Schritte. Einfach den roten Trennbalken nach rechts ziehen (vorher) bzw. links (nachher) für einen direkten Vergleich. Die Bilder zeigen die Ansicht je eines Staub-Testbildes, erstellt nach der Anleitung in „MOF#008 Sensorreinigung – Warum, wann und wie?“ und angezeigt in Adobe Lightroom mit der Visualisierungsfunktion „Bereiche anzeigen“ im Bereichsreparaturwerkzeug, die den Staub sehr deutlich als weiße Punkte auf schwarzem Grund hervorhebt. Zu beachten sind nur die Staubpunkte bzw. Fusseln. Andere angezeigte (großflächigere) Bereiche rühren von Schatten auf dem Testbild her und haben nichts mit der Reinigung zu tun.

Kamerainterne Sensorreinigung (Sensor „schütteln“)

Die Erwartung war, dass hier schon einmal einige Staubkörner vom Sensor abfallen. Leider wurde diese Erwartung nicht erfüllt. Sogar der große Fussel blieb an Ort und Stelle.

Blasebalg

Das Wegblasen von Staub mit Druckluft aus dem Blasebalg war hier auch von wenig Erfolg gekrönt. Lediglich ein paar Staubkörner verschwanden. Immerhin wurde der große Fussel weggeblasen.

Arctic Butterfly ® von VisibleDust

Dieses raffinierte Gerät soll Staub mit Hilfe von statisch aufgeladenen Pinselhärchen vom Sensor abheben. Ich habe es im Detail schon im Artikel MOF#008 über Sensorreinigung vorgestellt.

Wieviel bringt es tätsächlich? In diesem Falle hat es wirklich eine ganze Menge Staub entfernen können. Der Rest ist so festgebacken, dass man ihm wohl nur mit einer Nassreinigung beikommen kann. Ein Klebestempel wäre auch noch möglich als nächster Versuch, aber so etwas besizte ich nicht.

Blasebalg die Zweite

Oh nein! Der große Fussel ist wieder da! Der Blasebalg hat ihn wohl vorhin nur in eine Ecke des Sensorkastens geblasen, und der Arctic Butterfly ® hat ihn wieder hervorgeholt. Also nochmal blasen. Diesmal mit nach unten gehaltenem Sensor, damit der Fussel möglichst nach unten aus dem Gehäuse fällt. Sicher kann man da aber nicht sein, denn Staub und Fussel sind oft nicht (viel) schwerer als Luft, fallen deshalb nicht unbedingt nach unten.

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Nassreinigung (Durchgang 1)

Mit der Nassreinigung, also mit einem sog. Swab, der mit einer speziellen Flüssigkeit getränkt ist (mehr dazu in „MOF#008 Sensorreinigung – Warum, wann und wie?“ und speziell für Sony Alpha in „MOF#009 SONY Alpha: Sensor selbst reinigen oder nicht?„) kann man nun wirklich viel erreichen.

Dennoch ist es in jedem Falle sinnvoll, losen Staub erst mit dem Blasebalg zu entfernen, denn es gibt auch Risikostaub: z.B. kleine harte Körnchen, die den Sensor zerkratzen würden, wenn man sie mit einem Swab über die Sensoroberfläche schiebt. Nach dem Strandurlaub z.B. ist Vorsicht geboten. Winzige Sandpartikel könnten sich auf dem Sensor ablagern und solche Probleme verursachen.

Nassreinigung (Durchgang 2)

Da beim ersten Durchgang noch ein kleinwenig Staub auf dem Sensor verblieb, habe ich einen zweiten Swab verwendet, um den restlichen Staub zu entfernen. Ganz restlos habe ich ihn auch damit nicht wegbekommen, aber was jetzt noch in dieser speziellen Lightroom-Ansicht zu sehen ist, macht sich im Foto praktisch niemals bemerkbar. Irgendwann muss man sich dann überlegen, ob man so lange weiterschrubben will, bis wirklich alles restlos weg ist (und damit den Sensor auf Dauer sehr belasten), oder ob man diesen Kompromiss macht und auf Perfektion verzichtet. Auch hier ist meist die 80/20-Regel von Pareto sinnvoll anzuwenden. Außer, es kommt beim folgenden Shooting mit geschlossener Blende auf wirklich perfekte Bilder an.

Da ich nicht in einem Reinraum arbeitete, besteht übrigens immer eine gewisse (hohe) Wahrscheinlichkeit, dass bei jeder Reinigung am offenen Sensor neuer Staub hinzukommt. So auch hier.

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