MOF#018 Bezaubernde Portraits bei Dunkelheit und Regen

Schmuddelwetter, es regnet oder schneit – und du möchtest so gern mal wieder Outdoor-Portraits machen. Na dann los, nix wie raus! Hier kommen ein paar wertvolle Tipps für wunderschöne Schmuddelwetterportraits! 🙂

Bei meinen Portraitworkshops gehe ich gerne auch nach draußen, um meinen Teilnehmern nahezubringen, wie sie mit available light und ggf. mit zusätzlichem Blitz schöne Outdoor-Portraits machen. Manchmal ist das Wetter nicht optimal. Aber gerade dann macht es am meisten Spaß, denn dann kommen die Herausforderungen.

Hier kommen einige Tipps, am Beispiel zweier Fotos, wie man bei (leichtem) Regen, auch wenn es kalt und dunkel ist, bezaubernde Portraits fotografiert. Das funktioniert ganz ähnlich wie bei den stimmungsvollen Weihnachtsbildern (MOF#019). Ach ja: Mir ist leider die Numerierung durcheinandergeraten. 😀 Entschuldige bitte die Verwirrung.

👩🏻 Workshopmodel war an diesem Tag die bezaubernde Christina (Facebook-Profil, Instagram-Account):

Hier ein paar wichtige Tipps zur Umsetzung so eines Portraits:

Alles, was du brauchst, ist:

  • ein Aufsteckblitz
  • eine Leuchtreklame oder ein anderes verfügbares Licht („available light“)
  • gegenüber diesem Licht eine weiße (Haus-)wand

💡 Hauptlicht

Aufsteckblitz auf der Kamera. Aber nach hinten geneigt und gegen die weiße Wand geblitzt, die sich im Rücken des Fotografen befindet, so dass das Licht indirekt weich und großflächig aufs Model fällt. Direkter Blitz auf der Kamera würde hässliches grelles und unnatürliches Licht und harte Schatten erzeugen. So ist das Licht weich und angenehm, sieht sehr natürlich aus und es entstehen nur gerade so starke Schatten, dass das Gesicht schön plastisch wirkt.

💡Gegenlicht

Durch die Leuchtreklame an der Hotelwand entsteht eine Gegenlichtsituation. Die grellen Buchstaben lenken zwar den Blick etwas ab, sorgen aber für einen schönen Lichtsaum um das Model und auch dafür, dass die Regentropfen sichtbar sind.

⏰ Die Verschlusszeit

ist mit 1/100s so gewählt, dass die Regentropfen gut als „Fäden“ zu erkennen sind, beleuchtet durch das Gegenlicht. Das sieht oft schöner aus, als die Regentropfen als Punkte darzustellen. Der Regen ist übrigens ein weiterer Grund, warum man niemals direkt blitzen sollte: Bei direktem Blitz werden die Regentropfen, die nahe an der Kamera sind, extrem hell im Vergleich zu Tropfen, die weiter hinten im Bild sind. Das erzeugt im Bild sog. „Orbs“, seltsame helle und unscharfe Flecken, die nur auf dem Foto, nicht in natura zu sehen sind und daher extrem stören. Bei indirektem Blitzen ist der Lichtabfall von vorn nach hinten bei weitem nicht so stark, das Bild wird viel gleichmäßiger ausgeleuchtet, nicht nur in der Fläche, sondern auch in der Tiefe. 

🎓 Hinweis für Technikbegeisterte:

Wenn man genau hinsieht, sieht man in jedem dieser Regentropfen-Fäden ziemlich weit oben einen kleinen hellen Punkt. Das ist der Zeitpunkt, zu dem der Blitz ausgelöst hat. Am Verhältnis der Länge des Tropfen-„Fadens“ bei 1/100s und der Länge dieses Punktes kann man ungefähr abschätzen, wie kurz der Blitz leuchtet. Der Punkt ist sicher weniger als 1/50 so lang wie der ganze Faden, d.h. der Blitz leuchtet kürzer als 1/50 von 1/100s, also kürzer als 1/5000s! (Das nur nebenbei für die Technikinteressierten). Wenn du aufs Bild klickst, kannst du es übrigens vergrößern, dann sieht man das besser.

🏡 Hintergrund:

Ich habe hier das Restaurant des Hotels als Hintergrund gewählt, in dem wir den Workshop hatten. Das gibt eine schöne gemütliche Atmosphäre im Bild und ein angenehmes Bokeh.

📸 Apropos Bokeh:

Das Bokeh (also die Unschärfe des Hintergrunds, siehe dazu auch ein extra Blogbeitrag (MOF#011)) entsteht durch die Brennweite von 85mm zusammen mit einer Blende von f/2.2 an einer Vollformatkamera. Die weit offene Blende und die leichte Telebrennweite sind hier der Schlüssel für so ein schönes Bokeh.

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Das folgende Bild ist ebenso entstanden wie das erste. Die Leuchtreklame ist immernoch als Gegenlicht vorhanden, nur nicht mehr Teil des Bildes. Dadurch wird das Auge weniger vom Model abgelenkt:

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Weihnachtliches Portrait